Heimatsammlungen

Das Bundesvertriebenengesetz (BVFG) regelt im § 96 die Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung deren wissenschaftliche Forschung. Darunter versteht man unter anderem die Unterstützung von überregionalen und regionalen Kultureinrichtungen. Dazu gehören auch die Heimatstuben vor Ort.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehrere hundert kleinere museale Einrichtungen der Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler, die oft als „schlesische“, „pommersche“, „ostpreußische“ oder regionenübergreifend als „ostdeutsche“ Heimatstuben oder Heimatsammlungen bezeichnet werden. In ihnen werden Erinnerungsgegenstände unterschiedlicher Art ebenso wie historische, künstlerische oder volkskundliche Objekte sowie Bücher und Archivalien aufbewahrt. Manches war bereits auf der Flucht mitgeführt worden, vieles wurde später durch Ankäufe oder bei Besuchen in den früheren Wohnorten erworben, sodass im Laufe der Jahrzehnte nicht selten umfangreiche Sammlungen entstanden sind.

Dokumentation der Heimatsammlungen

Am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg wird ab März 2020 die „Dokumentation der Heimatsammlungen“ aktualisiert. Diese bis heute einzige Gesamtdokumentation der Heimatsammlungen und -stuben der Vertriebenen und Flüchtlinge in Deutschland, die alle und das heißt insgesamt 590 Einrichtungen erfasst, wurde in den Jahren 2008–2012 vom BKGE in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partner*innen erstellt. Die Bestände können unter www.bkge.de/heimatsammlungen eingesehen werden.

Im BKGE werden jetzt die Informationen zu jeder einzelnen Sammlung überprüft und Veränderungen – etwa in Folge von Auflösungen oder Verlagerungen – vermerkt, neu erschienene Literatur wird nachgetragen. So soll sichergestellt werden, dass die Bestände auch künftig genutzt werden können und damit im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs präsent bleiben.

Hinweise und diesbezügliche Informationen nimmt das BKGE gerne entgegen.

Kontakt: Dr. Frauke Geyken, heimatsammlungen(at)bkge.uni-oldenburg.de, Tel.: 0441 96195-0

Beratungsstelle für Heimatstuben

Die Kulturstiftung der Vertriebenen bietet seit dem 1. Mai 2020 eine fachbezogene Beratung für die Betreiber*innen von ostdeutschen Heimatsammlungen an. Die Kunsthistorikerin Birgit Aldenhoff berät zu Themen der Konservierung, Inventarisierung und Langzeitarchivierung. Vorrangiges Ziel ist der Erhalt der Heimatsammlung vor Ort in Trägerschaft der Heimatvertriebenen bzw. deren Nachkommen. Bei Bedarf wird auch Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit geleistet und eine Assistenz angeboten, wenn Bestände in eine andere Einrichtung überführt werden sollen.

Kontakt: Birgit Aldenhoff, Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Godesberger Allee 72-74, 53175 Bonn, birgit.aldenhoff(at)kulturstiftung.org , Tel.: 0228-9151214 (Mo-Mi)