Der Bund der Vertriebenen – Landesverband Hessen (BdV-Landesverband Hessen) veröffentlicht einen neuen Zeitzeugenfilm über das Leben von Hannelore Neumann. Teil eins des Filmbeitrags ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal „CULTURE TO GO“ verfügbar und erzählt eine Lebensgeschichte, die von Flucht, politischer Teilung und der langjährigen Suche nach der eigenen Identität geprägt ist. Der zweite Teil wird am 15.05. veröffentlicht.
Hannelore Neumann wurde 1947 als kleines Kind im Zuge eines Kindertransports aus dem damaligen Königsberg in die sowjetische Besatzungszone ausgewiesen. Ohne gesicherte Erinnerungen an ihre Herkunft wuchs sie bei Pflegeeltern in Sachsen-Anhalt auf. Ihre Kindheit war geprägt von Entbehrung, Unsicherheit und der fortwährenden Frage nach ihrer Herkunft.
Kindheit zwischen Herkunftsverlust und Unsicherheit
„Die Geschichte von Frau Neumann zeigt eindrücklich, wie prägend die Erfahrungen durch den Verlust der Familie für ein ganzes Leben sein können“, sagt Rose-Lore Scholz, stellvertretende Landesvorsitzende und Kulturbeauftragte des BdV-Landesverbandes Hessen. „Gleichzeitig macht sie Mut, den eigenen Weg zu gehen und die eigene Geschichte zu verstehen.“
1964 entschloss sich Hannelore Neumann gemeinsam mit einem Freund zur Flucht aus der DDR. Unter erheblichen Risiken gelang ihnen die Überquerung der innerdeutschen Grenze. Nach ihrer Ankunft begann für Hannelore Neumann in Frankfurt am Main ein neuer Lebensabschnitt. Sie fand Arbeit, erhielt Unterstützung im beruflichen Umfeld und konnte sich schrittweise eine eigene Existenz aufbauen. In Frankfurt gründete sie später eine Familie und lebte dort über viele Jahrzehnte.
Parallel dazu blieb die Suche nach ihren familiären Wurzeln ein zentrales Anliegen. Über Jahre hinweg unternahm sie verschiedene Versuche, Hinweise zu ihrer Herkunft und insbesondere zu ihrem Vater zu finden. Erst viele Jahre später führten Recherchen und Zufälle zu einem entscheidenden Fortschritt: In Wien konnte sie schließlich Spuren ihres Vaters sichern und damit einen wesentlichen Teil ihrer persönlichen Herkunft klären. Damit wurde ein langer ungeklärter Teil ihrer Lebensgeschichte erstmals nachvollziehbar.
Veröffentlichung des Films
Ab heute ist der erste Teil des Films auf dem YouTube-Kanal des BdV-Landesverbandes Hessen „CULTURE TO GO“ verfügbar. Teil zwei wird am 15.05. erscheinen. Auf dem YouTube-Kanal werden fortlaufend vielfältige Beiträge zu Geschichte und Kultur der Deutschen aus dem östlichen Europa veröffentlicht. Den Link zum ersten Teil des Filmbeitrags finden Sie hier: https://youtu.be/QcxIgrOY9ok
Das Projekt „Vertriebenenportraits“
Die Filmreihe „Vertriebenenportraits“ bewahrt die persönlichen Erinnerungen von Menschen, die Flucht, Vertreibung und den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg selbst erlebt haben. In authentischen Interviews berichten sie von ihren Lebenswegen, ihren Erfahrungen und ihrer Verbundenheit mit der alten und neuen Heimat. Ziel der Reihe ist es, die Erinnerungen der Erlebnisgeneration für kommende Generationen zu dokumentieren und dauerhaft zu bewahren. Die Filmaufnahmen geben den Zeitzeugen Raum, ihre Geschichte in ihren eigenen Worten zu erzählen. Gefördert wird die Reihe vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz.


