Der Bensheimer Ortsverband des BdV (Bund der Vertriebenen) lädt in diesem Jahr zu einem besonderen Filmereignis in den Luxor-Filmpalast am Berliner Ring ein. Nach langen Vorplanungen steht der Termin jetzt fest und in dem vom Brigitte Sattler geführten Vorstand ist man nicht nur voller Vorfreude, sondern hofft auch auf ein reges Interesse seitens der Bevölkerung.
Gezeigt wird am 28. Juli der Dokumentarfilm „Ostpreußen – Entschwundene Welt“ von Hermann Pölking. Der ausschließlich aus historischem Archivmaterial – zu über 80 Prozent Amateuraufnahmen – erstellte Film umfasst die Jahre 1912 bis 1945 und ist das Ergebnis einer zwölfjährigen Recherche des Bremer Filmemachers Pölking über die ehemalige preußische Provinz Ostpreußen, die es so nicht mehr gibt.
Die Dokumentation verzichtet auf Inszenierungen, Statements von Zeitzeugen oder Sachkundigen und nachgestellte Szenen. Es wird immer wieder biografisch erzählt und abgetaucht in die Geschichte des entschwundenen Lands. Zu sehen sind Aufnahmen vom damaligen Alltagsleben, von Landschaft und Kultur, aber auch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Mit dem Ende 1945 beginnt der Film und blickt dann zurück auf die Geschichte der Region.
Die älteste filmische Quelle zu Ostpreußen stammt aus dem Jahr 1912. Sie zeigt die Landung des militärischen Prallluftschiffs „Parseval 3“ in der Provinzhauptstadt Königsberg am 6. Juni. Nur 15 Sekunden lang ist eine Pathé Wochenschau aus dem Folgejahr, die Kaiser Wilhelm II. beim Besuch der Jahrhundertausstellung 1913 in Königsberg zeigt. Erst der Erste Weltkrieg, in dem Ostpreußen als einzige deutsche Region zum Kriegsschauplatz wurde, liefert ab 1914 auch Aufnahmen, in denen die Wochenschauen mit den Kriegswirren auch beiläufig das Land zeigen. Der Bremer Dokumentarfilmer Hermann Pölking hat die insgesamt 60 Stunden an Privataufnahmen, dokumentarischem Material und Propagandafilmen zu einer Zeitreise von 103 Minuten verdichtet.
“Nüchtern und liebevoll zugleich, ohne jede revanchistische Heimatromantik, erweckt der Dokumentarfilm ‚Ostpreußen – Entschwundene Welt‘ die Region, die heute zu Polen, Russland und Litauen gehört, noch einmal zum Leben. Eine Zeitreise in ein untergegangenes Land. Das kann nur Kino! ” war in der Kritik des Hamburger Abendblatt zu lesen.
Der Bensheimer BdV-Vorsitzenden Brigitte Sattler ist es gelungen, zur Filmvorführung im Luxor-Filmpalast den Bremer Filmemacher nach Bensheim einzuladen, so dass im Anschluss an den Film mit ihm über die Dokumentation gesprochen werden kann.
Da die Veranstaltung auch vom Hessischen Innenministerium gefördert wird, wird für den Film selbst kein Eintritt erhoben. Im Anschluss ist jedoch in der Lounge im Obergeschoss des Kinos ein Zusammensein mit dem Filmemacher und einem Imbiss vorgesehen, für das ein Kostenbeitrag in Höhe von 25 Euro erforderlich ist. Aus organisatorischen Gründen ist dafür, wie auch für den Film eine Anmeldung erforderlich, die Brigitte Sattler unter Telefon 06251/39303 gerne entgegennimmt.
Auftakt des Filmevents ist am 28. Juli um 14.30 Uhr im Foyer des Luxor-Kinos mit einem Sektempfang. Vor Ort wird auch die Landesvertretung des BdV Hessen mit Informationsmaterial sein.
Autorin: Jeanette Spielmann


