Der Bund der Vertriebenen, Landesverband Hessen, verfolgt die aktuelle Diskussion um den in Brünn geplanten Sudetendeutschen Tag mit großer Aufmerksamkeit.
Wir bedauern die im tschechischen Parlament eingebrachte Resolution, die sich gegen die Durchführung dieser Begegnung richtet. Aus unserer Sicht würde eine Ablehnung dieser Resolution im Parlament ein wichtiges Zeichen für Dialog, gegenseitigen Respekt und die Fortsetzung des in den vergangenen Jahren gewachsenen deutsch-tschechischen Verständigungsprozesses setzen.
Der Sudetendeutsche Tag in Brünn steht nicht für Rückwärtsgewandtheit, sondern für die gemeinsame Bereitschaft, Geschichte verantwortungsvoll aufzuarbeiten und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Gerade vor dem Hintergrund der leidvollen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts bleibt es von besonderer Bedeutung, Räume der Begegnung offen zu halten.
Als Landesverband des Bundes der Vertriebenen in Hessen stehen wir seit Jahrzehnten für Erinnerung, kulturelles Erbe und Verständigung in Europa. Wir sind überzeugt, dass Versöhnung nicht durch Ausgrenzung, sondern nur durch Gespräch, gegenseitige Anerkennung und gelebte Nachbarschaft gestärkt werden kann.
Deshalb hoffen wir, dass der Sudetendeutsche Tag in Brünn wie geplant stattfinden kann — als ein sichtbares Zeichen der Verständigung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen sowie als Beitrag zu einem gemeinsamen europäischen Miteinander. Die Resolution wurde einstimmig am 78. Landesverbandstag des BdV-Landesverbandes Hessen am 9. Mai 2026 beschlossen.
Siegbert Ortmann, Vorsitzender des BdV-Landesverbandes Hessen
Im Namen des 78. Landesverbandstages des BdV-Landesverbandes Hessen


