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CULTURE TO GO: Räume gegen das Vergessen

| YouTube CULTURE TO GO

„Culture To Go“ zeigt, wie das Notaufnahmelager Gießen Fluchtgeschichte erfahrbar macht.

Das ehemalige Notaufnahmelager Gießen gilt als einer der zentralen Lern- und Erinnerungsorte zur deutschen Nachkriegsgeschichte. Wie dort Flucht- und Demokratieerfahrungen am historischen Originalschauplatz vermittelt werden, ist Thema der aktuellen Folge des Podcasts „Culture To Go“ des Bundes der Vertriebenen, Landesverband Hessen e. V. (BdV Hessen). Moderatorin Anja Schöpe spricht mit dem Historiker und Dramaturgen Peter Wellach, der maßgeblich an der Konzeption der Dauerausstellung beteiligt war.

Die Folge stellt das Notaufnahmelager Gießen vor, einen Erinnerungsort, der Geschichte nicht abstrakt erklärt, sondern räumlich erfahrbar macht. Besucherinnen und Besucher bewegen sich durch originale und rekonstruierte Bereiche des ehemaligen Lagers – vom Pförtnerbereich über Verwaltungs- und Wohnräume bis zu Aufenthaltsbereichen – und durchlaufen damit dieselben Stationen, die Geflüchtete seit den 1950er-Jahren passierten. Ein zentrales Vermittlungselement der Ausstellung sind ortsgebundene Exponate wie eine genormte Vertriebenentruhe, ein improvisierter Bollerwagen oder die Jeansjacke eines freigekauften politischen Häftlings. Diese Objekte stehen exemplarisch für individuelle Biografien und ermöglichen persönliche Zugänge zur Geschichte von Verlust, Ankunft und Neubeginn.

„Erinnerung braucht Orte, an denen Geschichte erlebt werden kann“, sagt Peter Wellach im Podcast. „Das Notaufnahmelager Gießen zeigt, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Ergebnis konkreter Erfahrungen, Entscheidungen und gesellschaftlicher Verantwortung.“ Die Ausstellung folgt einer klaren zeitlichen Dramaturgie: Ein Prolog ordnet die Vorgeschichte bis 1949 ein, der Hauptteil beleuchtet das Notaufnahmegesetz ab 1950 sowie die Zuspitzung ab 1963, als Gießen zum zentralen Aufnahmelager für DDR-Flüchtlinge wurde. Der Epilog spannt den Bogen von der Zeit nach 1990 bis zur Schließung des Lagers im Jahr 2017 und stellt Bezüge zu heutigen Fluchtbewegungen her.

Die Podcastfolge „Räume gegen das Vergessen“ macht deutlich, wie das Notaufnahmelager Gießen Vergangenheit und Gegenwart verbindet und warum historische Orte eine zentrale Rolle für Demokratiebildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen. Peter Wellach ist Historiker und Dramaturg sowie Mitgründer des Studios Beier + Wallach, das Lern- und Erinnerungsorte an historischen Originalschauplätzen konzipiert und umsetzt. Der Podcast ist auf Spotify und Apple Podcasts unter „CULTURE TO GO“ sowie auf dem YouTube-Kanal des BdV Hessen unter „culture to go“ verfügbar.

Wir freuen uns über alle Hörerinnen und Hörer und spannende Anregungen und Kommentare zur Folge!



Links:
CULTURETOGO auf Spotify:
https://open.spotify.com/show/126lEFP97kgEzf3u56uHpb?si=c536eed2cb194909

CULTURETOGO auf Apple Podcasts:
https://podcasts.apple.com/us/podcast/culture-to-go/id1830966295

culture to go auf YouTube:
https://www.youtube.com/@culturetogo

Zum Beitrag auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=GFGdnc9HeRc

Peter Wellach ist Historiker und Dramaturg sowie Mitgründer des Studios Beier + Wallach, das Lern- und Erinnerungsorte an historischen Originalschauplätzen konzipiert und umsetzt. Bildnachweis: Beier + Wellach

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