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GEDENKSTUNDE AM STEIN DER WOLGADEUTSCHEN

| Pressearchiv 2026

Landesbeauftragter Hofmeister nimmt an Kranzniederlegung teil

Im Anschluss an den Zentralen Tag der Heimat und dem Festakt zum Hessischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation nahm der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister (MdL), an einer Kranzniederlegung teil, um an das Schicksal der Wolgadeutschen zu erinnern. Hierzu fanden sich zahlreiche Teilnehmer am 2011 auf Initiative des ersten Hessischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Friedrich, errichteten Gedenkstein der Wolgadeutschen am Wiesbaden-Biebricher Rheinufer ein. 

Das Gedenken war in diesem Jahr in besonderer Weise durch den 85. Jahrestag des sogenannten „Stalin-Erlasses“ vom 28. August 1941 geprägt, der zur Enteignung und Deportation der deutschen Minderheit in der Sowjetunion geführt hatte. Dies bildete den Auftakt einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die letztlich zur Zwangsumsiedlung aller in der damaligen Sowjetunion lebenden Deutschen geführt haben. 

Lehren aus der Geschichte ziehen
Andreas Hofmeister verwies in seiner Ansprache darauf, dass die deutsche Minderheit kollektiv für den von Deutschland gegen die Sowjetunion begonnenen Krieg verantwortlich gemacht worden sei. Ohne eigene Schuld sei ihnen dadurch schreckliches Leid widerfahren. „Dies zeigt nicht nur, dass es keine Geschichte ohne Vorgeschichte gibt, sondern auch, dass Unrecht immer wieder neues Unrecht erzeugt“, hob der Landesbeauftragte hervor. „Das Schicksal der Deutschen aus Russland ist Teil der hessischen, deutschen und europäischen Geschichte. Es gilt daher, aus der Vergangenheit zu lernen, damit diese sich nicht wiederholt und neues Unrecht vermieden wird. Die Deutschen aus Russland haben auf ihrem langen Weg viel Schlimmes erfahren. 85 Jahre nach dem Deportationserlass kann heute mit Blick auf die Entwicklungen seit ihrer Rückkehr in die historische Heimat ihrer Vorfahren jedoch gesagt werden, dass sich schließlich doch noch vieles zum Guten gewendet hat.“ 

Die Spätaussiedler seien ein fester Bestandteil der hessischen Identität. Da viele wolgadeutsche Siedler ursprünglich aus Hessen stammten und daher eine enge Verbindung zu diesen bestehe, sei das Land bereits 1985 eine Patenschaft über die Wolgadeutschen eingegangen, welcher die Landesregierung einen hohen Stellenwert beimesse. „Die mir im Rahmen meiner Tätigkeit manchmal gestellte Frage, ob sich die Beschäftigung mit dem Themenbereich überhaupt noch lohne, kann ich nur mit einem eindeutigen Ja beantworten“, erklärte Andreas Hofmeister entschieden. Auch wenn die Zuzugszahlen von Spätaussiedlern derzeit aufgrund der mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verbundenen Schwierigkeiten zurückgingen, gebe es weiterhin ein großes Aussiedlungspotential. 

Doch selbst wenn dies irgendwann einmal nicht mehr so sein sollte, zeige die Lebendigkeit der alle Altersgruppen umfassenden russlanddeutschen Gemeinschaft, welcher Gewinn diese für unsere Gesellschaft sei. Dabei sei es bemerkenswert, wie sehr die eigenen Traditionen gepflegt und gelebt würden. Dies habe er erst kürzlich wieder bei einer Fachtagung in Büdingen erleben dürfen, wo er mit einer Delegation von Wolgadeutschen aus Argentinien zusammengetroffen sei, die zwar bereits Ende des 19. Jahrhunderts dorthin ausgewandert seien, sich aber bis heute ihre wolgadeutsche Identität und Mundart bewahrt hätten. Andreas Hofmeister versicherte abschließend, dass die Landesregierung auch künftig fest an der Seite der Deutschen aus Russland stehen werde. 

Autor: Andreas Hofmeister (MdL), Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister MdL, gedenkt gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der Landsmannschaft der Wolgadeutschen an die Opfer unter der deutschen Minderheit während der stalinistischen Herrschaft. Bildnachweis: LBHS

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister (MdL), gedenkt gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der Landsmannschaft der Wolgadeutschen an die Opfer unter der deutschen Minderheit während der stalinistischen Herrschaft. Bildnachweis: LBHS

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