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FLUCHT, VERTREIBUNG UND ANKUNFT IN HESSEN

Die Exkursion des BdV-Landesverbandes Hessen in den Hessenpark begeisterte zahlreiche Teilnehmende

Wie lässt sich Geschichte unmittelbar erfahrbar machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der ausgebuchten Exkursion des Bundes der Vertriebenen – Landesverband Hessen (BdV-Landesverband Hessen), die am 16. April 2026 in das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach führte und auf große Resonanz stieß. Die generationsübergreifende Veranstaltung erwies sich als voller Erfolg und zog zahlreiche geschichtsinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer an.

„Der große Zuspruch, den diese Tagesexkursion erfährt, unterstreicht eindrucksvoll das anhaltende Interesse an diesem zentralen Kapitel unserer Geschichte“, sagt Siegbert Ortmann, Landesvorsitzender des BdV-Landesverbandes Hessen. Er führt aus: „Mit großer Sorgfalt und fachlicher Tiefe ist hier eine Ausstellung entstanden, die nicht nur der historischen Aufarbeitung dient, sondern zugleich Impulse für das Bewusstsein und die Verantwortung künftiger Generationen setzt.“

Ziel der Exkursion war es, den Lebensalltag deutscher Heimatvertriebener nach 1945 nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern ihn durch Zeitzeugenberichte, Exponate und anschauliche Darstellungen unmittelbar erlebbar zu machen. Die Teilnehmenden erhielten dabei intensive Einblicke in die Themen Flucht, Vertreibung, Ankunft und Integration in Hessen und nutzten die Gelegenheit zum Austausch über historische Erfahrungen und deren Bedeutung für die Gegenwart.

Der Leiter des Freilichtmuseums, Jens Scheller, begrüßte die Gruppe. Neben Siegbert Ortmann waren vom Vorstand des BdV-Landesverbandes Hessen zudem Rose-Lore Scholz, stellvertretende BdV-Vorsitzende und Kulturbeauftragte, sowie Gabriela Zessin, BdV-Landesfrauenbeauftragte anwesend. Im Zentrum des Programms stand die Dauerausstellung „Vertriebene in Hessen. Ankunft und Integration nach 1945“ im historischen Haus aus Sterzhausen. In elf Ausstellungsräumen erzählt sie die Geschichte der deutschen Bevölkerung in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa, die infolge des Zweiten Weltkriegs zwangsweise nach Deutschland umsiedeln musste und in Hessen eine neue Heimat fand. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Museumskuratorin Ulrike von Bothmer.

Im Rahmen einer fachkundigen Führung erläuterte Kuratorin Ulrike von Bothmer zentrale Inhalte der Ausstellung und ordnete die historischen Zusammenhänge ein. „Das Land Hessen hat bis 1950 rund 750.000 Heimatvertriebenen aufgenommen. Die Menschen hatten alles verloren und mussten unter schwersten Bedingungen ihre alte Heimat verlassen“. Die Ausstellung vermittelt eindrücklich die Lebenswege der Heimatvertriebenen und zeigt die Herausforderungen ihres Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg. Originale Exponate verdeutlichten dabei persönliche Schicksale und machten die historischen Ereignisse greifbar.

Darüber hinaus erkundeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gelände des Freilichtmuseums Hessenpark in Neu-Anspach. Zwischen originalgetreu wiederaufgebauten Fachwerkhäusern, Mühlen und Höfen aus unterschiedlichen Regionen wurde Alltagsgeschichte lebendig vermittelt. Der Hessenpark gilt als bedeutender Lernort, an dem historische Lebenswelten anschaulich und praxisnah erfahrbar werden.

Die Exkursion wurde in Kooperation mit dem Freilichtmuseum Hessenpark durchgeführt und durch das Hessische Ministerium des Innern für Sicherheit und Heimatschutz gefördert. Sie unterstreicht das anhaltend große öffentliche Interesse an der Auseinandersetzung mit Flucht, Vertreibung und Integration sowie an der Bewahrung historischer Erinnerungskultur in Hessen.

Die Exkursion des BdV-Landesverbandes Hessen in den Hessenpark stieß bei den Teilnehmenden auf große Begeisterung und sehr positive Resonanz.

Die Exkursion des BdV-Landesverbandes Hessen in den Hessenpark stieß bei den Teilnehmenden auf große Begeisterung und sehr positive Resonanz. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Die Ausstellung „Vertriebene in Hessen. Ankunft und Integration nach 1945“ beleuchtet eindrucksvoll die Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Neubeginn. Zahlreiche Exponate, etwa die hier gezeigte Armbinde mit dem „N“ für „Němec“ – der tschechischen Bezeichnung für „Deutscher“ –, machen diese Geschichte anschaulich und greifbar.

Die Ausstellung „Vertriebene in Hessen. Ankunft und Integration nach 1945“ beleuchtet eindrucksvoll die Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Neubeginn. Zahlreiche Exponate, etwa die hier gezeigte Armbinde mit dem „N“ für „Němec“ – der tschechischen Bezeichnung für „Deutscher“ –, machen diese Geschichte anschaulich und greifbar. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Originalgetreu erhaltene historische Bauten sowie nachgestellte Alltagsszenen im Hessenpark vermitteln anschaulich einen lebendigen Eindruck des früheren ländlichen Lebens.

Originalgetreu erhaltene historische Bauten sowie nachgestellte Alltagsszenen im Hessenpark vermitteln anschaulich einen lebendigen Eindruck des früheren ländlichen Lebens. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

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