Rund 160 Besucherinnen und Besucher kamen am 26. August zu einem Filmabend der Reihe „Vertriebenengeschichte(n) ON TOUR“ in die Caligari FilmBühne Wiesbaden. Der Bund der Vertriebenen Landesverband Hessen (BdV-Landesverband Hessen) und das Kulturamt Wiesbaden zeigten vier Dokumentarfilme, die sich mit Flucht, Vertreibung, Heimat und dem Neubeginn in Hessen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt standen persönliche Lebensgeschichten und die Frage, wie historische Erfahrungen bis in die Gegenwart nachwirken.
Zu den Gästen zählten unter anderem Stadträtin Birgit Neumann (SPD), der Stadtverordnete und Igstadter Ortsvorsteher Jörg Benecke (CDU), vom Ortsbeirats Igstadt Anita Hebenstreit (SPD), erste Vorsitzende der Kunstarche Wiesbaden Felicitas Reusch, sowie Margarethe Goldmann, ehemalige Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Vier Filme, vier persönliche Perspektiven
Die gezeigten Beiträge widmeten sich unterschiedlichen Lebenswegen und historischen Spuren. „Neuanfang in Wiesbaden-Igstadt“ erzählt die Geschichte von Gerhard Zuber, dessen Familie nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in Wiesbaden-Igstadt eine neue Heimat fand. Der Film „Gerda Stryi – Eine schlesische Künstlerin“ beleuchtet das Leben und Werk der schlesischen Malerin. „Auf Spurensuche in der Familiengeschichte“ begleitet Jürgen Heller bei der Suche nach den Wurzeln seiner Familie. Der Beitrag „Die Kristallschleiferei Guth“ dokumentiert die Geschichte eines Familienunternehmens, das nach der Vertreibung aus dem Sudetenland in Wiesbaden-Kohlheck neu aufgebaut wurde.
Rose-Lore Scholz, stellvertretende Landesvorsitzende und Kulturbeauftragte des BdV-Landesverbandes Hessen, unterstrich die Bedeutung der persönlichen Geschichten: „Gerade die persönlichen Lebenswege machen Geschichte greifbar. Sie zeigen, was Flucht und Vertreibung für Menschen bedeutet haben, aber auch, wie nach einem erzwungenen Neuanfang neue Perspektiven und neue Heimat entstehen konnten.“
Persönliche Perspektiven im Publikumsgespräch
Im Anschluss an die Filmvorführungen kamen die Beteiligten zu einer Gesprächsrunde zusammen. Neben dem Wiesbadener Filmemacher Harald Kuntze, der BdV-Kulturreferentin Agnes Maria Brügging-Lazar und Uwe Stellberger, Leiter des Wiesbadener Referats für Film und Medien, nahmen auch mehrere Protagonistinnen und Protagonisten der gezeigten Filme teil: der Zeitzeuge Gerhard Zuber, der ehemalige Lehrer Jürgen Heller, Ingrid Dahl vom Heimat- und Geschichtsverein Igstadt sowie Viola Plump, erste Vorsitzende der Stiftung Kulturwerk Schlesien.
Das Publikum beteiligte sich mit zahlreichen Fragen an der Gesprächsrunde. Im Mittelpunkt standen die persönlichen Erfahrungen der Protagonistinnen und Protagonisten sowie die Frage, wie Flucht- und Vertreibungserfahrungen für kommende Generationen vermittelt werden können.
Erinnerungskultur durch Film
Der Filmabend war Teil der hessenweiten Reihe „Vertriebenengeschichte(n) ON TOUR“, die der BdV-Landesverband Hessen von Mai bis Dezember 2026 durchführt. Durch die Verbindung von Dokumentarfilmen und persönlichen Erinnerungen werden die Themen Flucht, Vertreibung, Heimat und Integration anschaulich vermittelt und historische Erfahrungen für ein breites Publikum greifbar.
Die Filmbeiträge entstanden in Kooperation mit dem Filmemacher Harald Kuntze und wurden durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport gefördert. Die Veranstaltung wurde durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz finanziell unterstützt. Alle Beiträge sind auch auf dem YouTube-Kanal „CULTURE TO GO“ des BdV-Landesverbandes Hessen verfügbar: www.youtube.com/(at)culturetogo




