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EIN ZEICHEN DES ERINNERNS UND DER VERBUNDENHEIT

Gedenkveranstaltung erinnert an die Ankunft der Heimatvertriebenen vor 80 Jahren in Kirtorf-Heimertshausen

Mit einer Gedenkveranstaltung wurde am 12. Juli in Kirtorf-Heimertshausen an die Ankunft der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland vor 80 Jahren erinnert. Im Mittelpunkt stand das Gedenken an den 12. Juli 1946, als zahlreiche Familien nach Flucht und Vertreibung in der Region eine neue Heimat fanden.

Der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen – Landesverband Hessen, Siegbert Ortmann, erinnerte in seinem Grußwort an das Schicksal der Heimatvertriebenen und betonte die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur. Dabei schlug er auch eine persönliche Brücke zur Geschichte: Als Heimatvertriebener aus dem Egerland kam er selbst im Jahr 1946 nach Hessen, wo seine Familie in Lauterbach eine neue Heimat fand.

Siegbert Ortmann erinnerte daran, unter welchen Bedingungen die Vertreibung aus dem Sudetenland erfolgte. Den Menschen blieb häufig nur das Nötigste, während Häuser, Höfe und das über Generationen aufgebaute Eigentum zurückgelassen werden mussten. Hinter den historischen Ereignissen stünden bis heute unzählige persönliche Schicksale, die nicht in Vergessenheit geraten dürften.

Besonders bewegend sei die Erinnerung des damaligen Zeitzeugen Helmut Gläser gewesen, der als achtjähriger Junge die Vertreibung erlebte und rückblickend sagte: „Für uns Kinder war das wie ein Abenteuer.“ Dieses Zitat verdeutliche, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene die damaligen Ereignisse wahrnahmen. Während Kinder oftmals mit Neugier auf das Unbekannte blickten, waren die Erwachsenen von Angst, Verlust und großer Unsicherheit geprägt.

In seiner Ansprache würdigte Siegbert Ortmann zugleich die Lebensleistung der Heimatvertriebenen. Trotz schwieriger Ausgangsbedingungen hätten sie sich mit großem Fleiß und Tatkraft eine neue Existenz aufgebaut und den Wiederaufbau Deutschlands entscheidend mitgestaltet. Sein Dank galt ebenso den Menschen in Hessen, die die Vertriebenen aufnahmen und ihnen den Weg in eine neue Heimat ermöglichten.

Mit Blick auf die Gegenwart erinnerte der Landesvorsitzende daran, dass Flucht und Vertreibung auch heute Millionen Menschen weltweit betreffen. Die Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen mahne dazu, sich für Frieden, Freiheit, Menschenwürde sowie für Versöhnung und Verständigung einzusetzen. Erinnerung bedeute Verantwortung, gegenüber den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ebenso wie gegenüber den nachfolgenden Generationen.

Die Gedenkveranstaltung setzte ein eindrucksvolles Zeichen gegen das Vergessen und machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerungen an Flucht, Vertreibung und Neuanfang auch 80 Jahre später lebendig zu halten.

Autor: Siegbert Ortmann

Die Gedenkveranstaltung in Kirtorf-Heimertshausen erinnerte an die Ankunft der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland vor 80 Jahren und würdigte ihren Neuanfang in der Region. Auf dem Foto abgebildet (v.l.n.r.): Helmut Gläser, Zeitzeuge, Siegbert Ortmann, Lothar Streck von der SL Hessen und Ulrich Künz, der der ehemalige Bürgermeister von Kirtorf. Bildnachweis: Siegbert Ortmann

Die Gedenkveranstaltung in Kirtorf-Heimertshausen erinnerte an die Ankunft der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland vor 80 Jahren und würdigte ihren Neuanfang in der Region. Auf dem Foto abgebildet (v.l.n.r.): Helmut Gläser, Zeitzeuge, Siegbert Ortmann, Lothar Streck von der SL Hessen und Ulrich Künz, der der ehemalige Bürgermeister von Kirtorf. Bildnachweis: Siegbert Ortmann

Die gedruckte Ankündigung zur Veranstaltung am 12. Juli. Bildnachweis: Siegbert Ortmann

Die gedruckte Ankündigung zur Veranstaltung am 12. Juli. Bildnachweis: Siegbert Ortmann

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