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EIN UNIVERSALGELEHRTER ZWISCHEN HEIMAT UND WELT

| Pressearchiv 2026

Vortrag über Herder bei den Kulturtagen des BdV-Kreisverbandes Hochtaunus in Bad Homburg

Welche Bedeutung haben Herkunft, Sprache und kulturelle Prägung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Kulturtag des BdV-Kreisverbandes Hochtaunus am 17. Juni in Bad Homburg. Im Mittelpunkt stand Johann Gottfried Herder, dessen Gedanken über Kultur und Menschheit bis heute aktuell sind.

Rund 50 Gäste kamen in die Villa Wertheimber, um dem Vortrag von Dr. Jan Lipinsky vom Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung zu folgen. Dr. Jan Lipinsky zeichnete das vielschichtige Leben des 1744 im ostpreußischen Mohrungen geborenen und 1803 in Weimar verstorbenen Gelehrten nach. Herder studierte in Königsberg unter anderem bei Immanuel Kant, wirkte später in Riga, Bückeburg und Weimar und beschäftigte sich neben Theologie und Philosophie auch mit Geschichte, Sprache, Literatur und Naturwissenschaften. Seine zahlreichen Interessen machten ihn zu einem Universalgelehrten.

Seine Vielseitigkeit sei laut Dr. Jan Lipinsky jedoch auch einer der Gründe dafür gewesen, dass Herder nie die Bekanntheit eines Kant erreicht habe. Herders Hauptwerk „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit" enthält ein bekanntes und sehr positives Kapitel über die Slawen, weshalb er sich vor allem in Osteuropa großer Beliebtheit erfreut. Der BdV-Vorsitzende Frank Dittrich hob hervor, dass Herder die Gleichwertigkeit verschiedener Kulturen betont habe. Damit sei er auch ein Mahner im Hinblick auf die Zwangsmigration der Deutschen und die Folgen von Flucht und Vertreibung. Seine Überlegungen zeigten, dass sich Traditionen bewahren ließen, ohne andere Kulturen auszugrenzen.

Auch die Ehrengäste würdigten die Veranstaltung. Kreistagsmitglied Stefan Schenkelberg (CDU) überbrachte Grüße von Landrat Ulrich Krebs und dankte dem BdV für sein Engagement für die deutsche Geschichte. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Alfred Etzrodt (CDU) und Stadtrat Tobias Ottaviani (SPD) betonten ebenfalls die Bedeutung, historische Persönlichkeiten und ihre Gedanken lebendig zu halten. Auch Gregor Maier, Fachbereichsleiter Kultur beim Hochtaunuskreis, war beim Vortrag anwesend.

Unterstützt wurde die Vortragsreihe von der Stadt Bad Homburg, dem Kreisarchiv, der Taunus Sparkasse, dem Hochtaunuskreis und dem Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz. Die Veranstaltung zeigte zugleich, wie eng Geschichte, Erinnerung und die Auseinandersetzung mit Heimat und kultureller Prägung miteinander verbunden sind.

Die Villa Wertheimber in Bad Homburg. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Die Villa Wertheimber in Bad Homburg. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Die Ehrengäste und der Vortragende (v.l.n.r.): Alfred Etzrodt, Stadtverordnetenvorsteher; Dr. Jan Lipinsky, Herder-lnstitut; Stefan Schenkelberg, Mitglied im Kreistag; Tobias Ottaviani, Stadtrat und Gerd-Helmut Schäfer, 2. Vorsitzender BdV-Hochtanus. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Die Ehrengäste und der Vortragende (v.l.n.r.): Alfred Etzrodt, Stadtverordnetenvorsteher; Dr. Jan Lipinsky, Herder-lnstitut; Stefan Schenkelberg, Mitglied im Kreistag; Tobias Ottaviani, Stadtrat und Gerd-Helmut Schäfer, 2. Vorsitzender BdV-Hochtanus. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Dr. Jan Lipinsky hielt einen Vortrag über Johann Gottfried Herder. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

Dr. Jan Lipinsky hielt einen Vortrag über Johann Gottfried Herder. Bildnachweis: BdV-Landesverband Hessen

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