Am 26. November 2025 eröffneten der BdV-Landesverband Hessen und die Hochschule RheinMain (HSRM) im Wiesbadener Haus der Heimat gemeinsam die Ausstellungen „Design for Democracy“ und „re:connect – Herkunft in Bewegung“. Die Eröffnung stand unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Boris Rhein, dessen Videobotschaft die Bedeutung kultureller Räume für den gesellschaftlichen Dialog betonte. Demokratie brauche Orte, an denen Menschen miteinander sprechen, Herkunft reflektieren und Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Ausstellung und Eröffnung wurden dabei vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz finanziell gefördert.
Rose-Lore Scholz, stellvertretende BdV-Landesvorsitzende und Kulturbeauftragte in Hessen, machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass beide Ausstellungen bewusst miteinander verwoben sind: Die jungen Perspektiven der Studierenden und die erinnerungskulturelle Arbeit des BdV Hessen bilden einen gemeinsamen Resonanzraum. „Design for Democracy“ kommentiert gesellschaftliche Entwicklungen aus studentischer Sicht, während „re:connect – Herkunft in Bewegung“ Fragen nach Identität, Erinnerung und Zusammenhalt einbringt. Scholz betonte die Förderung durch das Land Hessen und die Brückenarbeit des BdV für demokratische Teilhabe.
Prof. Dr. Eva Waller, Präsidentin der HSRM, unterstrich die Rolle der Hochschule als gesellschaftlichen Resonanzraum. Der jährlich im Studiengang Kommunikationsdesign entstehende Hochschulkalender zeige, wie Studierende Design als demokratisches Werkzeug einsetzen. Die Kalenderausgabe „Design for Democracy“ sei ein Angebot, gesellschaftliche Herausforderungen mitzugestalten – weit über den Campus hinaus.
Andreas Hofmeister, MdL und Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, knüpfte an diese Perspektive an. Mit dem Zitat „Zukunft braucht Herkunft“ erinnerte er daran, dass demokratische Resilienz ohne historische Verortung nicht möglich ist. Herkunft sei kein rückwärtsgewandtes Konzept, sondern ein Kompass für Orientierung in gesellschaftlichen Umbruchzeiten.
Prof. Jacqueline Hen führte in den Risographie-Prozess ein, mit dem die Studierenden den Hochschulkalender gestalteten. Die Risographie ermögliche kollaboratives Arbeiten und mache sichtbar, wie Vielfalt durch die Überlagerung einzelner Farbschichten entsteht – ein gestalterisches Prinzip, das demokratische Prozesse widerspiegelt. Jede Schicht repräsentiere eine Perspektive, jede Überlagerung ein Aushandlungsprozess. Die Designs thematisieren aktuelle Herausforderungen der jungen Generation, wie „Entanglement“, „Neurodiversität und Pluralismus“, oder „When Your Voice Is Not Yours“.
Ann-Kathrin Hartenbach, Kulturreferentin des BdV Hessen, führte in die Projektausstellung „re:connect – Herkunft in Bewegung“ ein. Die gezeigten Projekte – vom BdV-Kulturfest beim Hessentag über Lesungen,
Exkursionen und die Filmreihe „Vertriebenengeschichten in Hessen“ bis hin zu „Culture To Go“, dem „Digitalportal: Flucht und Vertreibung im europäischen Kontext“ und kulinarischen Bildungsprojekten wie dem Kochworkshop an der Obermayr Europa-Schule – zeigen, wie Herkunft und Erinnerung heute weiterentwickelt und zugänglich gemacht werden und in die demokratischen Prozesse unserer vielfältigen Gesellschaft einfließen. Die Projekte greifen Themen auf, die auch die Studierenden beschäftigen: Sichtbarkeit, Identität, kollektive Verantwortung und Mehr.
Beide Ausstellungen verdeutlichen gemeinsam, dass es die Demokratie als gemeinsamer Nenner im Wandel unzähliger Perspektiven und Identitäten zu achten und zu schützen gilt. Im Zusammenspiel von Design und Geschichte, Hochschule und Erinnerungskultur entsteht so ein Raum, in dem gesellschaftliche Fragen unserer Zeit sichtbar und reflektierbar werden.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Prisca Otto, die sog. Klezmer auf dem Saxofon spielte, die in den jüdischen Gemeinschaften Osteuropas wurzeln.
Die Doppel-Ausstellung ist bis zum 13. Februar 2026 im Haus der Heimat in Wiesbaden zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag, 16–20 Uhr.
DOPPELTE AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IM HAUS DER HEIMAT

