Kerzenlicht flackert im Wohnzimmer, Kinderstimmen hallen, der Weihnachtsbaum glänzt – und mitten in diesem weihnachtlichen Alltag tauchen die Erinnerungen von Andreas Hofmeister (MdL) auf. Geschichten über Vertreibung, Verlust und Neuanfang, die seine Mutter als kleines Mädchen erlebt hat, prägen ihn bis heute. Genau diese persönlichen Erfahrungen stehen im Mittelpunkt der neuesten Folge der Filmreihe „MITGENOMMEN – Objekte erzählen Geschichte(n)“ des Bundes der Vertriebenen, Landesverband Hessen e. V. (BdV Hessen).
Andreas Hofmeister ist Landtagsabgeordneter im hessischen Landtag. Seit 2015 ist er Kreisvorsitzender der CDU Limburg-Weilburg und seit März 2024 Landesbeauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. In der aktuellen Folge von „MITGENOMMEN“ spricht er darüber, wie die Geschichte seiner Familie sein Verständnis von Heimat geprägt hat. „Meine Mutter war noch ein kleines Mädchen, und sie erzählte von Vertreibung, von Verlust und Neuanfang“, sagt Andreas Hofmeister. Mütterlicherseits stammen seine Wurzeln aus dem Sudetenland, genauer aus Prachatitz im Böhmerwald. Wenige Tage vor Kriegsende 1945 wurde seine Mutter geboren. Kurz darauf begann die Vertreibung ihrer Familie. „Meine Familie kam nach Alsfeld (Hessen). Dort war es nicht einfach, und später fanden sie eine neue Heimat in Oberbayern. Geschichte geht nicht ohne Vorgeschichte – das muss man erzählen“, erklärt Andreas Hofmeister.
Ein besonderes Erinnerungsstück aus dieser Zeit ist die Taufurkunde seiner Mutter. „Es ist ein tschechisches Dokument, deutsch überschrieben, und für mich ein Zeugnis von Gottvertrauen und Hoffnung in einer unsicheren Zeit“, berichtet Andreas Hofmeister. Die Urkunde steht stellvertretend für die wenigen Zeugnisse, die seine Familie aus dieser Zeit bewahren konnte, und symbolisiert die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.
Die Filmreihe „MITGENOMMEN“ macht persönliche Geschichten wie die von Andreas Hofmeister sichtbar. Anhand von Erinnerungsstücken – Dokumenten, Alltagsgegenständen oder persönlichen Objekten – werden individuelle Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Neuanfang greifbar. „Erinnerungsobjekte sind Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie helfen uns, Geschichte weiterzugeben und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen“, erklärt Ann-Kathrin Hartenbach, Kulturreferentin beim BdV Hessen.
Andreas Hofmeister betont zudem, wie wichtig es ist, persönliche Geschichten in Politik und Erinnerungskultur einzubringen: „Wenn man mit Verbänden wie dem Bund der Vertriebenen oder Landsmannschaften zusammentrifft, muss man sich einlassen. Geschichte hat eine Vorgeschichte, und wir müssen wissen, was Menschen erlitten und geleistet haben.“ Die Produktion der Filmreihe „MITGENOMMEN“ entsteht in Kooperation mit Marc Stengel und wird durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert.
Die Folge sowie weitere Beiträge der Reihe sind über die Kanäle des BdV Hessen abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=rcgZwPE3BUU


