Mit Rudolf „Rudi“ Friedrich ist im Alter von 90 Jahren eine prägende Persönlichkeit der hessischen Vertriebenenpolitik verstorben. Der im Sudetenland geborene Friedrich erlebte als Kind Flucht und Vertreibung – Erfahrungen, die sein weiteres Leben und sein politisches Engagement maßgeblich prägten. Er verstarb am 9. Juli 2026.
Von 1974 bis 2003 gehörte Friedrich dem Hessischen Landtag an und engagierte sich fast drei Jahrzehnte in der CDU-Landtagsfraktion, unter anderem als Mitglied des Fraktionsvorstands und verkehrspolitischer Sprecher. Besonders am Herzen lagen ihm jedoch die Anliegen der Heimatvertriebenen, Flüchtlinge und Spätaussiedler. 27 Jahre lang stand er der CDU-Vereinigung „Union der Vertriebenen“ in Hessen vor.
1999 wurde Friedrich zum ersten Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen. Bis 2009 setzte er sich in dieser Funktion mit großer Leidenschaft für die Belange der Vertriebenenverbände, die Erinnerung an Flucht und Vertreibung und die Integration von Spätaussiedlern ein.
„Mit Rudi Friedrich verliert Hessen einen herausragenden Politiker und Brückenbauer. Er war ein Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft. Denn er bewahrte die Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler, setzte sich über Jahrzehnte mit großer Leidenschaft für sie ein und machte sich zugleich stark für Verständigung, Versöhnung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Namen der Hessischen Landesregierung spreche ich seiner Familie und allen Angehörigen mein herzliches Beileid aus“, sagte Ministerpräsident Boris Rhein.
Für sein herausragendes Wirken erhielt Friedrich 2008 die Wilhelm-Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen. Sein Engagement hat die hessische Vertriebenenpolitik nachhaltig geprägt. Mit ihm verliert Hessen einen überzeugten Parlamentarier und engagierten Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft.


