Im Anschluss an die kürzlich abgehaltene Präsidiumssitzung des Bundes der Vertriebenen (BdV), die im Berliner Paul-Löbe-Haus stattfand, erwartete die Mitglieder des Gremiums noch ein besonderer Termin. Auf Einladung von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier kamen sie zu einem Gedankenaustausch im Schloss Bellevue zusammen.
Nach den für Empfänge dieser Art üblichen Formalitäten – den Sicherheitskontrollen, dem Eintrag ins Goldene Buch des Bundespräsidialamtes sowie dem Gruppenfoto mit dem Bundespräsidenten – begann ein rund anderthalbstündiges Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Der Dialog verlief lebhaft, zugleich aber offen und entspannt. Im Mittelpunkt standen zahlreiche aktuelle Themen aus dem Bereich Flucht, Vertreibung und Erinnerungskultur, die für die Vertriebenenorganisationen in unserem Land von Bedeutung sind.
Der hessische BdV-Landesvorsitzende Siegbert Ortmann, seit 2016 Mitglied des Bundespräsidiums, nutzte die Gelegenheit, um dem Staatsoberhaupt ein besonderes Projekt seines Verbandes vorzustellen: Das „Digitalportal: Flucht und Vertreibung im Europäischen Kontext“. Das von „Digitalen Lernwelten“ entwickelte Portal verbindet moderne digitale Technologien mit didaktisch fundierten Lernkonzepten. Ziel ist es, historische Zusammenhänge von Flucht und Vertreibung verständlich und differenziert für Schulen und Bildungseinrichtungen aufzuarbeiten.
Dank seines modularen Aufbaus ermöglicht das Portal Lehrerinnen und Lehrern, Inhalte themenbezogen und flexibel im Unterricht einzusetzen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Angebot online frei und ohne Passwort im Internet zugänglich ist. Ortmann verband seine Ausführungen mit der freundlichen Anregung an den Bundespräsidenten, das Portal bei Gelegenheit selbst einmal am heimischen Computer zu besuchen.
Der interessante Austausch im Schloss Bellevue bot für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer somit einen wichtigen Impuls für die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Bund der Vertriebenen und dem Bundespräsidialamt und unterstrich die Bedeutung von Erinnerungskultur und modernen Bildungsangeboten im Kontext historischer Aufarbeitung.
(Siegbert Ortmann)


