Im Haus der Heimat in Wiesbaden wurde am 16. Juni 2026 ein weiteres sozialpädagogisches Gruppenangebot der Reihe „Berufliche Integration Plus“ durchgeführt. Das Angebot wird im Rahmen der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) vom Bund der Vertriebenen – Landesverband Hessen umgesetzt.
Unter dem Titel „Vom vorübergehenden Schutz nach § 24 zu langfristigen Aufenthaltsperspektiven in Deutschland“ informierten sich rund 60 Teilnehmende über allgemeine rechtliche Rahmenbedingungen und Perspektiven. Viele von ihnen leben seit mehreren Jahren in Deutschland und sind bereits beruflich integriert, dennoch bleibt ihre Aufenthaltssituation häufig befristet und mit Unsicherheiten verbunden.
Diese Ausgangslage kann sich auf berufliche Entscheidungen auswirken, da langfristige Planungen im Arbeitsleben, etwa bei Ausbildung, Arbeitsplatzwechsel, Weiterbildung oder Selbstständigkeit, von einer gesicherten Aufenthaltsperspektive abhängen. Auch Arbeitgeber benötigen verlässliche Rahmenbedingungen für Beschäftigung und Qualifizierung.
Rechtliche Orientierung zu Aufenthaltsperspektiven
Ziel der Veranstaltung war es, einen verständlichen Überblick über mögliche Aufenthaltsperspektiven zu geben und die Bedeutung rechtlicher Planungssicherheit für berufliche und persönliche Entscheidungen zu verdeutlichen. Referentin des Abends war Rechtsanwältin Anna Kuschnir aus Frankfurt am Main.
Sie erläuterte zentrale Wege zu alternativen Aufenthaltstiteln, darunter qualifizierte Beschäftigung, Hochschul- und Berufsabschlüsse sowie selbstständige Tätigkeiten. Zudem wurden grundlegende Voraussetzungen wie Anerkennung von Abschlüssen, Beschäftigungsnachweise und Einkommensanforderungen dargestellt. Die große Nachfrage zeigte den hohen Informationsbedarf zu aufenthaltsrechtlichen Perspektiven.
Weitere Informationsabende 2026
Für 2026 sind weitere themenspezifische Gruppenangebote geplant, unter anderem zu Beratungs- und Anlaufstellen bei arbeitsrechtlichen Problemen, zum Bewerbungsprozess sowie zur Selbstständigkeit in Deutschland. Die Veranstaltungen finden einmal monatlich im Haus der Heimat, Friedrichstraße 35 in Wiesbaden, statt. Das Projekt „Berufliche Integration Plus“ wird von der MBE in Kooperation mit dem BdV-Landesverband Hessen und der Landeshauptstadt Wiesbaden initiiert und umgesetzt. Gefördert wird es aus Mitteln des Amtes für Zuwanderung und Integration.
Geplante Termine: Mittwoch, 08.07.2026, Mittwoch, 26.08.2026, Mittwoch, 23.09.2026, Mittwoch, 21.10.2026, Mittwoch, 18.11.2026 und Mittwoch, 09.12.2026.
Information und Anmeldung
Interessierte können sich bei der Migrationsberatungsstelle des BdV Hessen anmelden:
E-Mail: mbe@bdv-hessen.de
Telefon: 0611 / 360 19-15, -19
WhatsApp: +49 163 716 62 80 | +49 178 877 1306
Zudem informiert ein WhatsApp-Kanal über aktuelle Termine und Themen: chat.whatsapp.com/CWzR5AEtcum00WtLXYQE1R
Hintergrund
Die MBE ist ein bundesweites Projekt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und wird in Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege – Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland – sowie dem BdV durchgeführt. Der BdV-Landesverband Hessen unterhält in Wiesbaden eine Migrationsberatungsstelle.
Das Team der MBE im Haus der Heimat Wiesbaden, Viktoriia Sierhieieva und Julia Baron-Käfer, berät erwachsene Zugewanderte ab 28 Jahren in den ersten drei Jahren nach Einreise oder bis zu drei Jahre nach Erlangung des ersten Aufenthaltstitels. Dazu zählen Spätaussiedler und deren Familienangehörige sowie unterschiedlichste Gruppen von nach Deutschland zugewanderten Menschen. Die MBE unterstützt bei beruflicher Orientierung, beim Einstieg in den Arbeitsmarkt und bei gesellschaftlicher Teilhabe durch konkrete Hilfen im Alltag und bei Integrationsfragen.
Die MBE übernimmt keine persönliche Begleitung zu Behörden oder Formularhilfe, keine Anerkennungsberatung beruflicher Qualifikationen (hier erfolgt lediglich die Hinführung zu Fachberatungsstellen), keine Asylverfahrens- oder Einbürgerungsberatung, keine Rentenberatung und auch keine Wohnungssuche.



