Franz Krotzky wurde 1926 in Joslowitz (heute Jaroslavice) bei Znaim in Südmähren geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der Tschechoslowakei, wo seine Familie seit Generationen lebte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, seiner Verwundung an der Front und der anschließenden Rückkehr in die Heimat erlebte er die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. Gemeinsam mit seiner Familie wurde er zunächst in ein Sammellager gebracht und später nach Deutschland ausgesiedelt.
Nach seiner Ankunft in Hessen begann für Franz Krotzky ein neuer Lebensabschnitt. Zunächst arbeitete er in der Landwirtschaft und im Steinbruch, bevor er eine Ausbildung zum Sozialarbeiter absolvierte. Über viele Jahrzehnte engagierte er sich in der Jugendarbeit, in der Bildungsarbeit und in der Unterstützung von Menschen. Besonders die Integration von Aussiedlern aus den Staaten Osteuropas wurde zu einem wichtigen Schwerpunkt seiner Tätigkeit.
Neben seinem beruflichen Engagement setzte sich Franz Krotzky auch in zahlreichen Ehrenämtern ein, darunter auch beim Bund der Vertriebenen. Als Vorsitzender des BdV-Kreisverbandes Oberlahn bzw. Limburg-Weilburg engagierte er sich für Verständigung, den Erhalt kultureller Traditionen sowie die Aufarbeitung der Geschichte von Flucht und Vertreibung. Für sein Engagement wurde er unter anderem 1987 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Zudem erhielt er 2009 den Hessischen Verdienstorden. Franz Krotzky ist am 19.07.2019 verstorben.
Der Filmbeitrag wurde von Frederik Horn, der mit Franz Krotzky verwandt ist, realisiert. Er ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal des BdV-Landesverbandes Hessen „CULTURE TO GO“ verfügbar. Den Link zum Filmbeitrag finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=ET0uAivbbcs&feature=youtu.be
Die Filmreihe „Vertriebenenportraits“ bewahrt die persönlichen Erinnerungen von Menschen, die Flucht, Vertreibung und den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg selbst erlebt haben. In authentischen Interviews berichten sie von ihren Lebenswegen, ihren Erfahrungen und ihrer Verbundenheit mit der alten und neuen Heimat.
Ziel der Reihe ist es, die Erinnerungen der Erlebnisgeneration für kommende Generationen zu dokumentieren und dauerhaft zu bewahren. Die Filmaufnahmen geben den Zeitzeugen Raum, ihre Geschichte in ihren eigenen Worten zu erzählen. Sie wurde durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert.


