Im Fluss der Zeit – Jüdisches Leben an der Oder

20. Oktober bis 10. Dezember 2021 | Haus der Heimat, Wiesbaden

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur.

In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem  Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der  Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite  Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung  aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue  Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern  jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische  Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis  Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden  an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört..

20. Oktober bis 10. Dezember 2021
Öffnungszeiten: Mi, Do 10-17 Uhr und Fr 10-14 Uhr
Eintritt frei
E-Mail: kulturreferat(at)bdv-hessen.de | Telefon 0611-3601919

Die Ausstellung ist ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa (DKF), gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Ausstellung in Wiesbaden zeigt der BdV-Landesverband Hessen in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, gefördert durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport.

Gustav Deutschkron mit Gästen aus Berlin am Scharziger See in Betsche in den 1920er Jahren © Privatbesitz Wanda
Jüdische Kinder, die in Waldverstecken den Holocaust überlebten, 1946 in Breslau (im Hintergrund das Gebäude des Jüdisch-Theologischen Seminars)© Bibliothek des Instituts für Judaistik der Universität
Allee auf dem jüdischen Friedhof in Landsberg an der Warthe, 2017© Deutsches Kulturforum östliches Europa, Foto: Adam Czerneńko