Erinnerung an Flucht und Vertreibung hochhalten

Jahresgespräch mit Vertriebenenverbänden im Hessischen Innenministerium

 

 

Zu ihrem diesjährigen Jahresgespräch trafen sich Mitglieder des Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen (BdV), der BdV-Kreisverbände und der Landsmannschaften (LM) in Hessen mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth, Staatssekretär Dr. Stefan Heck und der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Einer guten Tradition folgend, hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich vertrauensvoll untereinander auszutauschen.

Innenminister Beuth überbrachte zu Beginn die Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier. Dabei ging er auf die künftig wichtige Aufgabe ein, gemeinsam "die Erinnerung an Flucht und Vertreibung hochzuhalten." Es müsse Orte geben, so Innenminister Beuth, an denen Erinnerung stattfinden kann. Es gelte in diesem Zusammenhang, Schulen und Lehrpläne weiterhin und verstärkt mit Leben zu erfüllen. "Wir wollen Ihre Arbeit an der Erinnerungskultur unterstützen, - an Geld darf es hierbei nicht scheitern."

Staatssekretär Dr. Heck berichtete über die fortgeschrittene Neustrukturierung nach der Regierungsneubildung bei der gelungenen Verlegung der Zuständigkeiten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler vom früheren Sozial- in das Innenministerium.

Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf lobte die gute Zusammenarbeit ihrer Stabsstelle für Heimatvertriebene und Spätaussiedler mit dem Bund der Vertriebenen und den Landsmannschaften. Sie sehe trotz kontinuierlichem Rückgang der Erlebnisgeneration positiv in die Zukunft. Das Bundesvertriebenengesetzt (BVFG, § 96) sei dabei ein Garant für die Bewahrung von Kultur und Geschichte der Deutschen aus den Vertreibungsgebieten Ost- und Südosteuropas.

Siegbert Ortmann als BdV-Landesvorsitzender dankte der hessischen Landesregierung für die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben der hessischen Vertriebenenverbände. Er versicherte, dass sich der BdV-Landesverband Hessen auch künftig für seine originären Aufgaben mit großem Engagement und Zielstrebigkeit einsetzen werde.

Vertreter aus den einzelnen BdV- und LM-Organisationseinheiten hatten während einer nachfolgenden Diskussionsrunde Gelegenheit, aus ihrer Arbeit und verschiedenen Projekten anschaulich zu berichten, aber auch mit Vorschlägen und Bitten an die hessische Landesregierung heranzutreten. Dabei wurden unter anderem zahlreiche Themenbereiche angesprochen:

- Kulturarbeit; hier: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen,
- Projekte der Verständigung und Versöhnung mit ehemaligen Vertreiberstaaten,
- Thema "Flucht, Vertreibung und Deportation" in den Schulen und Hochschulen,
- Öffentlichkeitsarbeit der Vertriebenenverbände im Zeichen des digitalen Wandels,
- Erhaltung von Ehrenmalen und Gedenkstätten der deutschen Heimatvertriebenen,
- Bemühungen zur Erhaltung von Ostdeutschen Heimatstuben,
- Einsatz für deutsche Minderheiten in den ehemaligen Vertreibungsgebieten vor Ort,
- Auf- und Ausbau verbandsinterner Jugendarbeit,
- Aufgaben und Ziele des Deutsch-Europäischen Bildungswerkes Hessen e.V.,
- Möglichkeiten der Fortbildung von Nachwuchs-Lehrkräften in Sachen Flucht und Vertreibung.


© bdv-hessen-press 11/19