Botschafter der Aussöhnung und Verständigung

Gedankenaustausch mit Mitgliedern der hessischen SPD-Landtagsfraktion

Teilnehmer des Gesprächs mit SPD-Landtagsabgeordneten Dieter Franz und BdV-Landesvorsitzenden Siegbert Ortmann (Mitte)

Mitglieder des BdV-Landesverbandes Hessen trafen sich mit Vertreter der hessischen SPD-Landtagsfraktion zum Gedankenaustausch im Wiesbadener Landtag in Wiesbaden.

Gemäß seiner Überparteilichkeit pflegt der BdV-Landesverband Hessen in regelmäßigen Abständen einen regen Gedankenaustausch mit Angehörigen der im hessischen Landtag vertretenen Parteien. Dazu fand der Austausch mit Dieter Franz, SPD-Landtagsabgeordneter und Sprecher im Unterausschuss für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung statt.

BdV-Landesvorsitzender Siegbert Ortmann übergab dabei den für das Jahr 2016 erstellten Tätigkeitsbericht des hessischen BdV-Landesverbandes. In seinen Ausführungen dazu ging er zu Beginn auf die vom Bundestag interfraktionellen Entschließung vom 28.02.97 und deren Bekräftigung vom 15.10.10 ein, wonach die Heimatvertriebenen und deren Verbände als "Botschafter der Aussöhnung und der Verständigung mit unseren östlichen Nachbarn" in ihren weiteren diesbezüglichen Bemühen zu unterstützen sind. Auf den Tätigkeitsbericht eingehend, erläuterte Ortmann u.a. die vom hessischen Landesverband derzeit wahrzunehmenden Aufgaben:

  • Dauerhaftes Bekenntnis zur Wahrung, Weiterentwicklung und Sicherung des ostdeutschen Kulturgutes gem. § 96 BVFG,

  • Interessenaustausch und Vertiefung der Beziehungen zu den osteuropäischen Staaten mit dem Ziel der Aussöhnung und Verständigung sowie Kontaktaufnahme und Unterstützung der dortigen deutschen Minderheiten,

  • Durchführung von verständigungspolitischen Seminarreisen gemeinsam mit dem Deutsch-Europäischen Bildungswerk in osteuropäische Kulturhauptstädte der ehemaligen deutschen Siedlungsgebiete,

  • Organisation und Durchführung von Ausstellungen im Wiesbadener Haus der Heimat im Rahmen einer intensiven Kulturarbeit sowie Durchführung der alljährlichen Kulturellen Tage mit namhaften Referenten,

  • Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer im Auftrag der Bundesanstalt für Migration und Flüchtlinge (BAMF),

  • Förderung des Geschichtsunterrichtes über Flucht und Vertreibung in hessischen Schulen,

  • Mitarbeit im Landesvertriebenenbeirat und im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks sowie bei der Anstalt für private Medien,

  • Ausrichtung des Tages der Vertriebenen bei den alljährlichen Hessentagen,

  • Mitgestaltung und Ausrichtung der zentralen Veranstaltung zum alljährlichen Tag der Heimat und dem Hessischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation.

Eine anschließende Diskussion ermöglichte die Vertiefung der vorgebrachten Themenbereiche. Dabei kam auch der Wunsch des BdV-Landesverbandes Hessen für ein "Zeichen gegen das Vergessen" in der hessischen Landeshauptstadt nach 70 Jahren Flucht, Deportation und Vertreibung sowie die Forderung nach Schaffung eines Lehrstuhls für Flucht, Deportation und Vertreibung an einer hessischen Hochschule zur Sprache. Dank galt dabei der hessischen Landesregierung über die alle zwei Jahre statt findende Verleihung des Hessischen Preises "Flucht, Vertreibung, Eingliederung".