60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung

Erbe und Auftrag

In diesem Jahr begeht der Bund der Vertriebenen, der Dacherband der Landsmannschaften und Landesverbände, sein 60. Grün¬dungsjubiläum. Als einziger repräsentativer Verband der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler richten wir unsere Arbeit seit sechs Jahrzehnten an den Grundwerten aus, die schon aus den Worten der Charta der deutschen Heimat¬vertriebenen von 1950 deutlich werden: der entschiedenen Absage an eine immer wieder zu beobachtende Spirale aus Gewalt und Rache, dem Eintreten für ein zusammenwachsendes Europa der freien Völker, dem Recht auf die Heimat sowie den notwendigen internationalen Anstrengungen zur Verhinderung weiterer Vertreibungsverbrechen.

Ausgehend davon gelten unsere Arbeit und unser Einsatz den Menschen¬rechten, der lebendigen Heimat und dem Bleiberecht der Völker in ihrer Heimat, einer Erinnerungskultur auf der Basis historischer Wahrheit, dem Auf- und Ausbau der grenzüberschreitenden Verständigungspolitik unter Einbeziehung der deutschen Minderheiten in den Heimatgebieten, der Aufnahme und Eingliederung der Vertriebenen und Spätaussiedler sowie dem Erhalt und der Weiterentwicklung des Kulturerbes der Vertriebenen und Spätaussiedler.

Im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte haben wir viel erreicht und zahlreiche unserer zentralen Anliegen umgesetzt. Regelmäßig haben uns Parteien, Bundestage und Bundesregierungen, Landesparlamente und Landesregierungen dabei unterstützt. Arbeitsschwerpunkte in jüngerer Zeit waren insbesondere die Anerkennungsleistung an ehemalige zivile deutsche Zwangsarbeiter, der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, die Änderungen des Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetzes (BVFG) zugunsten erleichterter Familienzusammenführungen von Spätaussiedlern sowie der Aufbau der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“.

Unser erfolgreicher Einsatz in den verschiedensten Aufgabenbereichen ist vielfach öffentlich gewürdigt worden: Bundespräsidenten, Bundestagspräsidenten, Bundeskanzler, Ministerpräsidenten und Minister, aber auch Vertreter anderer Staaten haben uns immer wieder für unsere Arbeit gedankt und uns ihre weitere Unterstützung zugesichert.

Im Hinblick auf das 60. Gründungsjubiläum des Bundes der Vertriebenen und auf die bevorstehende Bundestagswahl fordert der BdV alle politischen Kräfte daher auf, in der Vergangenheit gemachte Zusagen auch künftig einzuhalten und die fortwährend aktuellen Aufgabenfelder der Vertriebenen verstärkt zu fördern bzw. weiterhin zu unterstützen.