Spätaussiedler sind Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 Grundgesetz

Seit 1988 kamen nach den Bestimmungen des Bundesvertriebenengesetzes ungefähr drei Millionen Menschen – ca. 800.000 aus den mittelosteuropäischen Staaten und ca. 2,2 Millionen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion – im Rahmen der Aussiedleraufnahme in die Bundesrepublik Deutschland. 2012 fanden 1.820 Spätaussiedler und deren Familienangehörige Aufnahme in Deutschland. Aktuelle Statistiken finden Sie in der rechten Spalte.

Die Aufnahme und Integration der Spätaussiedler ist Teil des Bemühens der Bundesregierung, sich der Verantwortung Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen zu stellen. Diese Verantwortung umfasst neben der Versöhnung und Wiedergutmachung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und des Aggressionskrieges auch die Solidarität mit den Deutschen in den Ländern Osteuropas und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Die Aufnahme der Spätaussiedler sowie ihre gesellschaftliche und soziale Integration ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Solidarleistung.

Informationspolitische Aufgaben

Der Beauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ist verantwortlich für die Aussiedlerthemen betreffende Informationsarbeit in Deutschland.

Der Beauftragte macht durch Pressemitteilungen auf wichtige Ereignisse und neue Gesetze aufmerksam und äußert sich zu zentralen aussiedlerpolitischen Fragen. Zudem organisiert und veranstaltet der Beauftragte Konferenzen und Fachtagungen, die sich vertiefend mit Aussiedlerfragen beschäftigen. Desweiteren wirkt der Beauftragte insbesondere durch Reden und Vorträge an öffentlichen Veranstaltungen mit Bezügen zur Aussiedlerpolitik mit.

Konferenzen und Fachtagungen

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten organisiert und veranstaltet unterschiedlichste Konferenzen und Fachtagungen.

Dies sind unter anderem die Fachtagung "Zwei Jahrzehnte Politik für Aussiedler und nationale Minderheiten - Bilanz und Perspektiven" am 3. und 4. September 2008 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin:

Für die im östlichen Europa gebliebenen deutschen Minderheiten ebenso wie für die zu uns gekommenen Aussiedler trägt die Bundesrepublik Deutschland eine Mitverantwortung. Deshalb richtete die Bundesregierung im Jahr 1988 das Amt eines Beauftragten für Aussiedlerfragen ein. In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten – Dänen, Friesen, Sorben, Sinti und Roma –, die seit Jahrhunderten die Kultur und Geschichte ihrer Heimat mit gestalten.

Das Amt des Aussiedlerbeauftragten wurde im Jahr 2002 um die Zuständigkeit für in Deutschland lebenden anerkannten nationalen Minderheiten erweitert. Der zwanzigste Jahrestag der Gründung dieses Amtes war Anlass, die Situation der vor Ort gebliebenen deutschen Minderheiten, der Spätaussiedler und der vier nationalen Minderheiten in Deutschland auf einer internationalen Tagung zu betrachten. Es ging auch darum, die bislang geleistete Arbeit zu bilanzieren und zugleich in offener und kritischer Diskussion über Perspektiven und künftige Aufgaben zu sprechen.

Wichtig ist außerdem die Konferenz zum 70. Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen:

Aus Anlass der Jährung des Erlasses des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28.08.1941 "Über die Umsiedlung der Deutschen , die in den Wolga-Rayons leben" wurde am 30. und 31. August 2011 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin eine Gedenkkonferenz unter dem Motto "70 Jahre Erlass zur Deportation der Russlanddeutschen" durchgeführt.

Das Datum 28.08.1941 markiert den Anfang einer systematischen repressiven Staatspolitik gegen alle Russlanddeutschen, welche mit Enteignung, Schutzhaft, Zwangsarbeit, Rechtlosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung einher ging.Dieses Kriegsfolgenschicksal begründet auch eine besondere Verantwortung und Solidarität der Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Russlanddeutschen, die sowohl in Hilfen für die deutschen Volksgruppen in der ehemaligen Sowjetunion bzw. in ihren Nachfolgestaaten wie auch in der Aufnahme von russlanddeutschen Aussiedlern und Spätaussiedlern zum Ausdruck kommt.

Zu den wichtigen Konferenzen des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten zählt zudem die Sprachkonferenz unter dem Titel "Deutsch als Identitätssprache der deutschen Minderheit in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion" in der Zeit vom 16. bis 18. Juni 2013 in Hermannstadt /Sibiu (Rumänien):

Die Minderheitensprache ist wichtigster Bestandteil der Selbstidentifikation der einzelnen Gemeinschaften. Nur durch eine dauerhafte Sicherung der deutschen Sprachkenntnisse, sowohl in der hochdeutschen Variante aber auch in ihren regionalen Ausprägungen und Variationen, können die Minderheiten als Gemeinschaften bestehen bleiben. Von Seiten der Bundesregierung wird der Spracharbeit ein besonderes Augenmerk gewidmet, denn in ihrer konsequenten Fortsetzung sieht die Bundesregierung die dauerhafte Sicherung der einzelnen Minderheitengemeinschaften.

Quelle: BMI